Autogenes Training

Die Wärmeübung - Durchblutung aktivieren und Entspannung vertiefen

Lerne die Wärmeübung des Autogenen Trainings: Aktiviere deine Durchblutung, lindere kalte Hände und Füße und vertiefe deine Entspannung. Schritt-für-Schritt Anleitung mit wissenschaftlichen Hintergründen.

Johanna Rachor
Johanna RachorZertifizierte Trainerin für Autogenes Training
12 Min.
6. Februar 2026

Die Wärmeübung - Durchblutung aktivieren und Entspannung vertiefen

Kennst du das Gefühl, wenn deine Hände und Füße eiskalt sind, obwohl es gar nicht so kalt ist? Oder wenn du spürst, wie Stress und Anspannung deinen Körper verkrampfen lassen? Kalte Extremitäten sind oft ein Zeichen dafür, dass dein Körper im Stressmodus ist – die Blutgefäße ziehen sich zusammen, die Durchblutung wird gedrosselt.

Die gute Nachricht: Mit der Wärmeübung des Autogenen Trainings kannst du diesen Mechanismus umkehren. Diese wissenschaftlich fundierte Entspannungstechnik hilft dir, deine Blutgefäße gezielt zu erweitern, die Durchblutung zu aktivieren und eine tiefe körperliche Entspannung zu erreichen. In diesem Artikel erfährst du, wie die Wärmeübung funktioniert und wie du sie Schritt für Schritt erlernst.

#1 App fur Autogenes Training

Endlich abschalten. Jederzeit.

100+ geführte Übungen für besseren Schlaf, weniger Stress und mehr Gelassenheit. Kostenlos starten

4,7
|100.000+ Downloads

Was ist die Wärmeübung?

Die Wärmeübung ist die zweite Stufe des Autogenen Trainings und baut direkt auf der Schwereübung auf. Während die Schwereübung die Muskelentspannung in den Fokus rückt, zielt die Wärmeübung auf die Entspannung der Blutgefäße ab. Durch gezielte gedankliche Konzentration auf Wärme lernst du, deine Gefäße zu erweitern und die Durchblutung zu verbessern.

Die zweite Stufe des Autogenen Trainings

Das Autogene Training folgt einem klaren Aufbau: Nach der Ruheformel und der Schwereübung kommt die Wärmeübung als natürliche Fortsetzung. J.H. Schultz, der Begründer des Autogenen Trainings, erkannte bereits in den 1930er Jahren, dass Entspannung nicht nur eine Frage der Muskulatur ist, sondern auch das Gefäßsystem umfasst. Eine entspannte Muskulatur führt automatisch zu einer besseren Durchblutung – und diese kannst du mit der Wärmeübung noch verstärken.

Die Formel lautet ganz einfach: "Mein rechter (linker) Arm ist angenehm warm" oder "Mein rechter Arm ist strömend warm". Diese Suggestion aktiviert einen körperlichen Prozess, der messbar ist: Die Temperatur in den Armen kann um bis zu 1°C steigen, in Einzelfällen sogar um bis zu 8°C.

Wärme als Zeichen der Entspannung

Wärme ist das körperliche Zeichen dafür, dass dein parasympathisches Nervensystem – dein "Ruhe-Nerv" – aktiv ist. Wenn du gestresst bist, dominiert der Sympathikus: Die Gefäße ziehen sich zusammen, die Durchblutung der Haut wird reduziert, Hände und Füße werden kalt. Das ist eine evolutionär sinnvolle Reaktion – bei Gefahr wird das Blut in die lebenswichtigen Organe und großen Muskelgruppen geleitet.

Die Wärmeübung dreht diesen Prozess um. Indem du dir Wärme vorstellst und dich darauf konzentrierst, signalisierst du deinem Körper: "Alles ist sicher, es gibt keine Gefahr." Die Gefäße entspannen sich, erweitern sich, warmes Blut strömt in die Peripherie. Das Ergebnis: Deine Hände und Füße werden warm, du fühlst dich entspannt und gelöst.

Wissenschaftlich nachgewiesen

Studien zeigen, dass die Wärmeübung die Hauttemperatur messbar erhöht. Interessanterweise tritt die stärkste Durchblutungsveränderung bereits während der Schwereübung auf – die Wärmeübung verstärkt und vertieft diesen Effekt. Die subjektive Wahrnehmung von Wärme trägt wesentlich zur Intensität des Entspannungserlebnisses bei.

Wie funktioniert die Wärmeübung?

Die Wärmeübung nutzt die enge Verbindung zwischen deinen Gedanken, deinem Nervensystem und deinem Gefäßsystem. Was zunächst wie "reine Einbildung" klingen mag, ist ein hocheffektiver psychophysiologischer Prozess.

Gefäßerweiterung durch Suggestion

Deine Blutgefäße sind von glatten Muskeln umgeben, die sich zusammenziehen oder entspannen können. Diese Muskeln werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert – normalerweise unbewusst. Die Wärmeübung ermöglicht es dir, diesen eigentlich unbewussten Prozess bewusst zu beeinflussen.

Wenn du dich auf die Vorstellung von Wärme konzentrierst – zum Beispiel, indem du dir vorstellst, wie dein Arm in warmem Wasser liegt oder wie die Sonne ihn wärmt – sendet dein Gehirn entsprechende Signale an die Gefäßmuskulatur. Die Folge: Die Muskeln entspannen sich, die Gefäße erweitern sich (Vasodilatation), mehr warmes Blut fließt hindurch. Dieser Vorgang ist nicht "eingebildet", sondern real und messbar.

Der Begründer J.H. Schultz konnte nachweisen, dass die Wärmeausstrahlung an der Peripherie der Körperoberfläche um etwa 1°C steigt. In Einzelfällen erwärmt sich das Gewebe sogar um bis zu 8°C. Wichtig zu wissen: Die Blutgefäße sind elastische, vom Organismus regulierte Gebilde. Ein "Zurücknehmen" der Wärmeübung ist daher nicht nötig – die Gefäße kehren von selbst zur gewohnten Weite zurück.

Der Zusammenhang zwischen Wärme und Parasympathikus

Die Wärmeübung aktiviert den Parasympathikus, den beruhigenden Teil deines vegetativen Nervensystems. Während der Sympathikus für Aktivität, Leistung und Stressreaktionen zuständig ist, sorgt der Parasympathikus für Erholung, Regeneration und Entspannung.

Wenn du die Wärmeübung praktizierst, geschieht Folgendes: Die gedankliche Konzentration auf Wärme signalisiert deinem Gehirn, dass keine Gefahr besteht. Das parasympathische Nervensystem wird aktiviert, der Sympathikus wird gedrosselt. Die Folgen sind weitreichend: Die Herzfrequenz sinkt, der Blutdruck normalisiert sich, die Verdauung wird angeregt, Stresshormone wie Cortisol werden reduziert.

Besonders faszinierend: Die Gefäßerweiterung ist nicht auf die Arme beschränkt. Mit zunehmender Übung breitet sich die Wärme auf den ganzen Körper aus (Generalisierung). Viele Menschen berichten, dass sie nach einigen Wochen Training die Wärme im ganzen Körper spüren – ein Zeichen dafür, dass das gesamte vegetative Nervensystem ins Gleichgewicht kommt.

Abstrakte Darstellung von Wärme und Durchblutung mit fließenden organischen Formen in Teal und Coral
Abb. 1: Die Wärmeübung aktiviert die Durchblutung durch gezielte Gefäßerweiterung

Der Mechanismus auf einen Blick

Gedankliche Konzentration auf Wärme → Parasympathikus wird aktiviert → Gefäßmuskeln entspannen sich → Gefäße erweitern sich → Mehr warmes Blut fließt in die Peripherie → Messbare Temperaturerhöhung → Tiefe körperliche Entspannung

Schritt-für-Schritt Anleitung zur Wärmeübung

Die Wärmeübung erlernst du am besten systematisch und geduldig. Hier ist eine detaillierte Anleitung, wie du vorgehen solltest.

Vorbereitung und richtige Position

Wähle eine ruhige Umgebung, in der du für 10-15 Minuten ungestört bist. Du kannst die Wärmeübung in drei Positionen durchführen:

  1. Liegeposition: Flach auf dem Rücken liegend, Arme leicht vom Körper abgewinkelt, Handflächen nach oben oder unten (wie es bequemer ist), Beine leicht gespreizt. Diese Position eignet sich besonders zum Einschlafen.
  2. Sitzhaltung im Sessel: Bequem im Sessel sitzen, Rücken angelehnt, Arme auf den Armlehnen oder auf den Oberschenkeln ruhend, Füße fest auf dem Boden.
  3. Droschkenkutscherhaltung: Auf einem Stuhl sitzen, leicht nach vorne gebeugt, Unterarme auf den Oberschenkeln abgelegt, Kopf hängt locker nach vorne. Diese Position ist ideal für kurze Übungen zwischendurch.

Wichtig: Sorge für eine angenehme Raumtemperatur. Wenn es zu kalt ist, ziehen sich die Gefäße zusammen – das erschwert die Übung. Lockere Kleidung hilft, damit nichts einengt oder drückt.

Die Wärmeformeln und ihre Anwendung

Die Wärmeübung baut auf der Schwereübung auf. Beginne daher immer mit der Ruheformel und der Schwereformel, bevor du zur Wärme übergehst.

Der Ablauf:

  1. Ruheformel: "Ich bin ganz ruhig" (1x)
  2. Schwereformel: "Mein rechter Arm ist ganz schwer" (5-6x)
  3. Ruheformel: "Ich bin ganz ruhig" (1x)
  4. Wärmeformel: "Mein rechter Arm ist angenehm warm" (5-6x)
  5. Ruheformel: "Ich bin ganz ruhig" (1x)

Beliebte Wärmeformeln:

  • "Mein rechter Arm ist warm"
  • "Mein rechter Arm ist angenehm warm"
  • "Mein rechter Arm ist ganz warm"
  • "Mein rechter Arm ist strömend warm"
  • "Mein rechter Arm ist angenehm strömend warm"

Die Formel mit "strömend warm" ist besonders wirkungsvoll, weil sie die Vorstellung verstärkt, wie warmes Blut durch den Arm fließt. Probiere verschiedene Formeln aus und wähle die, die sich für dich am natürlichsten anfühlt.

Unterstützende Vorstellungsbilder:

Gedankliche Bilder verstärken die Wirkung erheblich. Stelle dir zum Beispiel vor:

  • Dein Arm liegt in angenehm warmem Wasser
  • Die Sonne scheint auf deinen Arm und wärmt ihn sanft
  • Du hältst deine Hand an eine warme Heizung
  • Warmes Blut pulsiert mit jedem Herzschlag in deinen Arm
  • Eine warme Wärmflasche liegt auf deinem Arm

Wichtig: Nutze passive Konzentration. Du beobachtest die Wärme, du lässt sie geschehen – du versuchst nicht krampfhaft, sie zu erzwingen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Frau in friedlicher Meditationshaltung in coral-farbenem Shirt vor teal-farbener Wand
Abb. 2: Die Wärmeübung führt zu tiefer körperlicher Entspannung und innerer Ruhe

Progression: Von einem Arm zum ganzen Körper

Die Wärmeübung folgt einer natürlichen Progression. Du beginnst mit einem Arm und erweiterst die Übung schrittweise auf den ganzen Körper.

Woche 1-2: Ein Arm Konzentriere dich nur auf deinen rechten Arm (Linkshänder können mit dem linken Arm beginnen). Übe täglich 2-3 Mal für 5-10 Minuten. Viele Menschen spüren die Wärme zuerst im Unterarm, manchmal auch in der Handfläche oder den Fingerspitzen. Das ist völlig normal – jeder Mensch ist unterschiedlich.

Woche 3-4: Beide Arme Sobald du die Wärme im ersten Arm zuverlässig spürst, erweitere die Formel: "Beide Arme sind angenehm warm" oder "Meine Arme sind strömend warm". Oft stellt sich die Wärme im zweiten Arm schneller ein als im ersten – dein Körper hat den Mechanismus bereits gelernt.

Woche 5-6: Arme und Beine Jetzt kommt die Generalisierung: "Arme und Beine sind angenehm warm" oder "Meine Arme und Beine sind strömend warm durchflutet". Die Beine brauchen oft etwas länger als die Arme – das ist normal. Die Füße sind nicht so gut "ansprechbar" wie die Hände, was mit den Strukturen im Gehirn zu tun hat. Außerdem verhindert das Temperaturzentrum bei sehr kalten Füßen, dass kaltes Blut zu schnell in die Körpermitte transportiert wird.

Ab Woche 7: Ganzer Körper Mit zunehmender Praxis breitet sich die Wärme spontan auf den ganzen Körper aus. Du kannst die Formel vereinfachen: "Mein ganzer Körper ist angenehm warm" oder "Wärme durchströmt meinen ganzen Körper". Manche Menschen erleben sogar, dass die Wärme in den Kopf "überschwappt". Das ist nicht erwünscht (der Kopf sollte kühl bleiben). Mit der Vorstellung "Wärme strömt in die Füße" kannst du gegensteuern.

MindReachMindReach
Empfohlener Kurs

Kurzübung Wärme

Geführte 5-Minuten-Einheit Gefuhrte Ubungen
Kostenlos starten

Ich habe einige Apps erprobt und musste feststellen, dass dies die einzige App ist, mit der ich in eine tiefe Entspannung gekommen bin.

— App Store Bewertung

Möchtest du die Wärmeübung mit professioneller Anleitung lernen? In unserem Kurs "Kurzübung Wärme" führt dich Johanna Schritt für Schritt durch die Technik – perfekt für den Einstieg oder als tägliche Übungseinheit.

Häufige Fehler und Lösungen

Bei der Wärmeübung können einige Schwierigkeiten auftreten. Die gute Nachricht: Für jedes Problem gibt es eine Lösung.

"Ich spüre keine Wärme" - Was tun?

Das ist die häufigste Sorge von Anfängern. Hier sind die Gründe und Lösungen:

Problem 1: Zu starke Erwartung Wenn du zu sehr darauf wartest, dass die Wärme kommt, verkrampfst du mental. Das blockiert den Prozess. Lösung: Nutze passive Konzentration. Sage dir die Formel, stelle dir Wärme vor, und dann lass los. Beobachte, was passiert – ohne zu bewerten, ohne zu fordern. Die Wärme kommt von selbst, wenn du aufhörst, sie zu erzwingen.

Problem 2: Zu kurze Übungsdauer Manche Menschen brauchen länger als andere. Wenn nach 5 Minuten noch keine Wärme spürbar ist, übe einfach weiter. Oft kommt die Wärme erst nach 10-15 Minuten – oder sogar erst, nachdem du die Übung beendet hast. Viele berichten: "Ich hatte aufgegeben, und plötzlich wurden meine Hände ganz warm."

Problem 3: Kalte Umgebung Wenn der Raum kalt ist, ziehen sich die Gefäße zusammen. Das macht die Übung deutlich schwieriger. Lösung: Sorge für eine angenehme Raumtemperatur (mindestens 20°C). Zur Not nimm eine Decke oder ziehe warme Socken an. Auch ein warmes Bad vorher kann helfen – es entspannt die Gefäße und gibt dir eine frische Erinnerung an das Wärmegefühl.

Problem 4: Mangelnde Vorstellungskraft Wenn du Schwierigkeiten hast, dir Wärme vorzustellen, hilft eine Vorbereitung: Halte deine Hand vor der Übung kurz ins warme Wasser oder an die Heizung. Präge dir das Gefühl genau ein. Nutze diese Erinnerung dann während der Übung.

Problem 5: Noch keine Routine Die Wärmeübung braucht Zeit zum Einschleifen. Studien zeigen, dass die meisten Menschen nach 2-3 Wochen täglicher Übung erste deutliche Erfolge haben. Sei geduldig und übe regelmäßig – das ist wichtiger als lange Einzelsitzungen.

Zu starke Konzentration vermeiden

Ein paradoxer Fehler: Manche Menschen konzentrieren sich so stark auf die Wärme, dass sie verkrampfen. Das Autogene Training basiert aber auf passiver Konzentration – nicht auf aktivem "Machen".

Aktive vs. passive Konzentration:

  • Aktiv (falsch): "Ich MUSS jetzt Wärme spüren. Ich WILL, dass mein Arm warm wird. Komm schon, werde warm!"
  • Passiv (richtig): "Mein Arm ist angenehm warm. Ich stelle mir Wärme vor. Ich beobachte, was geschieht. Ich lasse es geschehen."

Der Unterschied ist subtil, aber entscheidend. Bei der passiven Konzentration gibst du eine Suggestion, stellst dir etwas vor, und dann lässt du los. Du vertraust darauf, dass dein Körper reagiert – ohne zu kontrollieren, ohne zu zwingen.

Ein hilfreicher Vergleich: Stell dir vor, du willst einschlafen. Wenn du krampfhaft versuchst einzuschlafen, funktioniert es nicht. Wenn du dich aber entspannst und dem Schlaf erlaubst zu kommen, geschieht es von selbst. Genauso ist es mit der Wärmeübung.

Wichtiger Hinweis

Wenn die Wärme partout nicht kommen will, ist das kein Grund zur Sorge. Manche Menschen spüren die Wärme weniger deutlich als die Schwere – das ist völlig normal. Wichtig ist der Entspannungseffekt, nicht das perfekte Wärmeempfinden. Oft zeigen Messungen, dass die Temperatur trotzdem steigt, auch wenn du es subjektiv kaum wahrnimmst.

Wann solltest du die Wärmeübung anwenden?

Die Wärmeübung ist vielseitig einsetzbar und hilft bei verschiedenen Beschwerden und Situationen.

Bei kalten Händen und Füßen

Das ist die klassische Anwendung. Viele Menschen leiden unter chronisch kalten Extremitäten – besonders Frauen, aber auch Menschen mit niedrigem Blutdruck oder Durchblutungsstörungen. Die Wärmeübung kann hier regelrecht Wunder wirken.

Studien zeigen: Nach 2-3 Wochen regelmäßiger Übung können die meisten Menschen ihre Hände und Füße willentlich erwärmen. Das ist nicht nur angenehm, sondern auch gesundheitlich wertvoll. Eine bessere Durchblutung der Extremitäten bedeutet:

  • Weniger Frieren im Winter
  • Schnellere Wundheilung an Händen und Füßen
  • Geringeres Risiko für Erfrierungen
  • Bessere Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen
  • Reduktion von Verspannungen, die durch Kälte entstehen

Ein praktischer Tipp: Viele Menschen nutzen die Wärmeübung gezielt, wenn sie abends ins kalte Bett gehen oder im Winter draußen frieren. Einige Minuten Übung reichen oft, um die Hände und Füße spürbar aufzuwärmen.

Zur Vertiefung der Entspannung

Die Wärmeübung verstärkt die Entspannungswirkung der Schwereübung erheblich. Während die Schwere die Muskelentspannung bewirkt, sorgt die Wärme für eine Entspannung des gesamten Gefäßsystems. Das Ergebnis ist eine tiefe, umfassende körperliche Ruhe.

Viele erfahrene AT-Übende berichten, dass sie erst mit der Wärmeübung das Gefühl haben, wirklich "anzukommen" in der Entspannung. Die Kombination aus schweren, warmen Gliedmaßen und ruhiger Atmung erzeugt einen Zustand tiefer Regeneration, in dem der Körper heilen und sich erholen kann.

Besonders wertvoll ist dieser Effekt bei:

  • Chronischem Stress: Die Wärmeübung unterbricht die Stressreaktion auf körperlicher Ebene
  • Burnout-Prävention: Regelmäßige Tiefenentspannung beugt Erschöpfung vor
  • Schlafstörungen: Die Wärmeübung vor dem Einschlafen fördert das Loslassen
  • Erschöpfung und Müdigkeit: Paradoxerweise kann tiefe Entspannung neue Energie freisetzen

Kombination mit der Schwereübung

Die Wärmeübung wird niemals isoliert geübt, sondern immer in Kombination mit der Schwereübung. Die Reihenfolge ist wichtig:

  1. Ruheformel
  2. Schwereübung (Muskelentspannung)
  3. Wärmeübung (Gefäßentspannung)
  4. Rücknahme (oder Übergang zum Schlaf)

Diese Abfolge entspricht dem natürlichen Entspannungsprozess: Erst entspannen sich die Muskeln, dann erweitern sich die Gefäße. Die Schwereübung bereitet den Weg für die Wärme – und die Wärme vertieft die Schwere. Mit zunehmender Übung verschmelzen beide Empfindungen: Du spürst gleichzeitig schwere UND warme Gliedmaßen – das Kennzeichen tiefer Entspannung.

Eine bewährte Kurzformel für Fortgeschrittene lautet: "Arme und Beine sind schwer und warm" – eine Kombination, die beide Effekte zusammenführt.

Nutzer 1Nutzer 2Nutzer 3Nutzer 4
Über 3,6 Mio. nutzen Autogenes Training

Lass den Stress los. Schlaf besser. Ab der ersten Minute.

Wissenschaftlich fundiert, sofort wirksam – starte jetzt deine Reise zu mehr Gelassenheit.

4.000+ Studien
Wissenschaftlich belegt
Sofort spürbar
Keine Vorkenntnisse nötig
50+ Kurse
Schlaf, Fokus, Erfolg & mehr
4,7· 100k+ Downloads

Wissenschaftliche Grundlagen der Wärmeübung

Die Wärmeübung ist kein esoterischer Trick, sondern eine wissenschaftlich fundierte Methode mit nachweisbaren körperlichen Effekten.

Messbare Temperaturveränderungen: J.H. Schultz konnte bereits in den 1930er Jahren zeigen, dass die Wärmeübung die periphere Wärmeausstrahlung um etwa 1°C steigert. In Einzelfällen wurde eine Erwärmung des Gewebes um bis zu 8°C gemessen. Moderne Studien mit Infrarotthermografie bestätigen diese Ergebnisse: Die Hauttemperatur an Händen und Füßen steigt während der Übung messbar an.

Interessante Forschungsergebnisse: Stetter (1985) fand in einer kontrollierten Studie heraus, dass zwischen dem subjektiven Wärmeerlebnis und dem gemessenen Temperaturanstieg nur eine schwache Korrelation besteht. Das bedeutet: Manche Menschen spüren intensive Wärme, obwohl die Temperatur nur leicht steigt – andere haben einen starken Temperaturanstieg, spüren aber subjektiv wenig. Die subjektive Wahrnehmung trägt wesentlich zur Intensität des Entspannungserlebnisses bei.

Durchblutungsveränderungen: Längsschnittuntersuchungen zeigen, dass die wesentlichen Durchblutungsveränderungen bereits im Rahmen der Schwereübung auftreten. Die Wärmeübung führt meist zu keiner nennenswerten weiteren Steigerung der Gefäßerweiterung mehr (Diehl, 1987). Dennoch ist die Wärmeübung wertvoll, weil sie die Aufmerksamkeit auf die Durchblutung lenkt und das bewusste Erleben der Entspannung vertieft.

Vegetative Regulation: Die Wärmeübung aktiviert den Parasympathikus und reduziert die Aktivität des Sympathikus. Dieser Shift im vegetativen Nervensystem hat weitreichende Folgen: Die Herzfrequenz sinkt, der Blutdruck normalisiert sich, die Stresshormonausschüttung wird gedrosselt. Bei regelmäßiger Übung verbessert sich die allgemeine vegetative Regulation – der Körper wird resilienter gegenüber Stress.

2.000+ zufriedene Kunden

Stress loslassen – deine Krankenkasse zahlt!

8-Wochen Online Präventionskurs Autogenes Training – ZPP-zertifiziert nach § 20 SGB V

Zertifizierter Kurs Bis zu 100% Erstattung
Techniker Krankenkasse
DAK Gesundheit
IKK classic
AOK
+ 80 weitere
8 Module (360+ Min.) geführtes Training
Praxis-Arbeitsbuch + Übungen
Teilnahmebescheinigung für Krankenkasse
Deine Kosten
75 €ab 0 €dank Krankenkasse

Häufig gestellte Fragen

Weitere hilfreiche Artikel: