Autogenes Training Wirkung: Wissenschaftliche Grundlagen & Studien
Du hast schon viel über Autogenes Training gehört, aber fragst dich, ob es wirklich funktioniert? Die gute Nachricht: Die Wirksamkeit von Autogenem Training ist wissenschaftlich umfassend belegt. Zahlreiche Studien zeigen messbare Effekte auf Körper und Psyche.
In diesem Artikel erfährst du die wissenschaftlichen Grundlagen der AT-Wirkung: Wie es dein Nervensystem beeinflusst, welche physiologischen Mechanismen ablaufen und was die Forschung über die Wirksamkeit bei verschiedenen Beschwerden sagt. Wenn du gerade erst anfängst, empfehle ich dir unseren Anfänger-Guide.
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Was ist Autogenes Training? Eine wissenschaftliche Einordnung
Autogenes Training ist eine wissenschaftlich anerkannte Entspannungsmethode, die der Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz in den 1920er Jahren entwickelte. Es handelt sich um eine Form der konzentrativen Selbstentspannung, bei der durch standardisierte Formeln wie "Der Arm ist schwer" oder "Der Arm ist warm" eine tiefe körperliche und psychische Entspannung erreicht wird.
Das Besondere an Autogenem Training: Es nutzt die Kraft der Autosuggestion, um gezielt das vegetative Nervensystem zu beeinflussen. Anders als bei reinen Entspannungsübungen lernst du beim AT, willentlich Körperfunktionen zu regulieren, die normalerweise unwillkürlich ablaufen - wie Herzschlag, Durchblutung oder Atemrhythmus.
Wissenschaftliche Anerkennung
Autogenes Training ist in Deutschland als Psychotherapieverfahren wissenschaftlich anerkannt und wird von den Krankenkassen als Präventionskurs gefördert. Die Wirksamkeit ist durch zahlreiche kontrollierte Studien belegt.
Die Ursprünge: Schultz' wissenschaftliche Arbeit
Johannes Heinrich Schultz entwickelte das Autogene Training aus seinen Beobachtungen bei der Hypnose. Er stellte fest, dass Menschen in Hypnose häufig von Schwere- und Wärmegefühlen berichteten - Empfindungen, die mit tiefer Entspannung einhergingen. Seine Idee: Wenn man diese Empfindungen durch Autosuggestion selbst erzeugen kann, müsste auch die Entspannung ohne Fremd-Hypnose möglich sein.
Schultz entwickelte ein systematisches Übungsprogramm mit sechs Grundübungen und konnte bereits in den 1930er Jahren nachweisen, dass Teilnehmer nach regelmäßigem Training deutliche Verbesserungen bei verschiedenen Beschwerden zeigten. Seine Methode verbreitete sich schnell und wird bis heute in der Psychotherapie, Medizin und im Gesundheitswesen eingesetzt.
Wie Autogenes Training das Nervensystem beeinflusst
Die Wirkung von Autogenem Training lässt sich mit den Funktionen des vegetativen (autonomen) Nervensystems erklären. Dieses Nervensystem steuert alle lebenswichtigen Körperfunktionen, die unwillkürlich ablaufen: Atmung, Herzschlag, Blutdruck, Stoffwechsel, Verdauung und Hormonausschüttung.

Das Zweisystem: Sympathikus und Parasympathikus
Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei Teilen, die gegensätzlich wirken:
Der Sympathikus ist zuständig für Aktivität, Leistung und Stress. Er versetzt deinen Körper in Alarmbereitschaft:
- Herzfrequenz und Blutdruck steigen
- Atmung wird schneller
- Muskeln spannen sich an
- Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin werden ausgeschüttet
- Verdauung wird gedrosselt
- Energiereserven werden mobilisiert
Der Parasympathikus ist der Gegenspieler - zuständig für Ruhe, Erholung und Regeneration:
- Herzfrequenz und Blutdruck sinken
- Atmung wird ruhiger und tiefer
- Muskeln entspannen sich
- Stresshormone werden abgebaut
- Verdauung wird aktiviert
- Körper regeneriert und baut auf
Das Kernprinzip der AT-Wirkung
Autogenes Training aktiviert gezielt den Parasympathikus und dämpft den überaktiven Sympathikus. Diese "organismische Umschaltung" vom Stress-Modus in den Erholungs-Modus ist messbar und wissenschaftlich gut dokumentiert.
Von der Anspannung zur Entspannung: Die physiologische Umschaltung
Bei chronischem Stress oder Angst ist der Sympathikus dauerhaft überaktiv - dein Körper befindet sich im Dauerstress-Modus. Das Verhältnis zwischen Sympathikus und Parasympathikus ist aus dem Gleichgewicht geraten. Der "Stresspegel" ist permanent zu hoch.
Beim Autogenen Training lernst du, diesen Zustand aktiv zu verändern. Durch die konzentrative Selbstentspannung wird der Parasympathikus aktiviert und das Gleichgewicht wiederhergestellt. Dieser Vorgang wird als "organismische Umschaltung" oder "autogene Umschaltung" bezeichnet.
Die Forschung zeigt: Diese Umschaltung ist nicht nur subjektiv spürbar, sondern auch objektiv messbar. Studien mit Herzfrequenzmessungen, Blutdruckmessungen und Elektroenzephalogramm (EEG) belegen die physiologischen Veränderungen eindeutig.
Die messbaren Wirkungen auf den Körper
Die Wirkungen von Autogenem Training auf den Körper sind vielfältig und wissenschaftlich gut dokumentiert. Hier sind die wichtigsten physiologischen Effekte:
Herz-Kreislauf-System: Blutdruck und Herzfrequenz sinken
Eine der am besten erforschten Wirkungen betrifft das Herz-Kreislauf-System. Untersuchungen zeigen, dass regelmäßiges Autogenes Training den Blutdruck senkt - und zwar in vergleichbarem Ausmaß wie medikamentöse Behandlung mit Betablockern, jedoch ohne deren Nebenwirkungen.
Die Mechanismen dahinter:
- Die Blutgefäße erweitern sich durch die Entspannung der Gefäßmuskulatur
- Die Durchblutung nimmt zu (messbar als Wärmegefühl)
- Der Herzschlag wird ruhiger und gleichmäßiger
- Der Blutdruck sinkt auf gesunde Werte
Bei Menschen mit Bluthochdruck kann Autogenes Training als ergänzende Maßnahme zur medikamentösen Behandlung eingesetzt werden. Bei leichten Formen ist AT sogar als alleinige Therapie möglich.
Gehirnaktivität: Von Beta- zu Alpha-Wellen
Die Wirkung von Autogenem Training auf die Hirnaktivität lässt sich mit dem Elektroenzephalogramm (EEG) messen. Dabei werden die elektrischen Potentialschwankungen an der Kopfoberfläche erfasst - sogenannte Hirnwellen.
Die Forschung unterscheidet verschiedene Frequenzbereiche:
Beta-Wellen (14-30 Hz): Normaler Wachzustand mit körperlicher, emotionaler und geistiger Anspannung. Typisch für Arbeit, Konzentration, Stress.
Alpha-Wellen (8-13 Hz): Entspannter Wachzustand bei geschlossenen Augen. Körperlich und psychisch entspannt, aber noch wach und konzentrationsfähig.
Theta-Wellen (4-7 Hz): Eingeschränkter Wachzustand, Übergang zum Einschlafen. Bei erfahrenen AT-Übenden auch bei besonderer Fokussierung der Aufmerksamkeit.
Studien zeigen: Während des Autogenen Trainings verschieben sich die Gehirnwellen von den Beta-Wellen des angespannten Wachzustands hin zu den Alpha-Wellen der entspannten Wachheit. Bei erfahrenen Übenden treten zusätzlich Theta-Wellen auf, die auf einen besonders tiefen Entspannungszustand hinweisen.
Diese Veränderung der Hirnaktivität ist nicht nur messbar, sondern auch subjektiv spürbar: Du fühlst dich ruhig, entspannt und gleichzeitig wach und konzentriert - ein Zustand, der als "entspannte Wachheit" beschrieben wird.
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Hormonhaushalt: Cortisol sinkt, Regeneration steigt
Eine der wichtigsten Wirkungen von Autogenem Training betrifft den Hormonhaushalt, insbesondere das Stresshormon Cortisol. Forschungsergebnisse zeigen, dass regelmäßiges AT die Cortisol-Produktion um bis zu 30 Prozent senken kann.
Cortisol wird in der Nebenniere produziert und bei Stress ausgeschüttet. Es versetzt den Körper in Alarmbereitschaft: Blutzucker steigt, Herzfrequenz erhöht sich, Immunsystem wird gedämpft. Kurzfristig ist das sinnvoll - bei Dauerstress jedoch schädlich.
Chronisch erhöhte Cortisol-Werte führen zu:
- Schlafstörungen
- Geschwächtem Immunsystem
- Erhöhtem Blutdruck
- Gewichtszunahme (vor allem am Bauch)
- Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen
- Erhöhtem Risiko für Depression
Autogenes Training unterbricht diesen Teufelskreis. Die Parasympathikus-Aktivierung signalisiert dem Gehirn: "Keine Gefahr, alles ist ruhig." Die Cortisol-Produktion wird gedrosselt, stattdessen werden Regenerationshormone ausgeschüttet.
Bei regelmäßiger Übung (2-3 Wochen tägliches Training) normalisiert sich der Hormonhaushalt merklich. Die Effekte sind nicht nur während der Übung messbar, sondern übertragen sich auf den Alltag - der Grundstress-Level sinkt dauerhaft.
Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Autogenem Training ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. Besonders gut erforscht sind die Effekte bei psychischen und psychosomatischen Beschwerden.
Angststörungen und Panikattacken
Eine kontrollierte Studie von Stetter und Mitarbeitern (1994) untersuchte die Wirksamkeit von Autogenem Training bei ambulanten Angstpatienten, überwiegend mit Panikattacken. Die Ergebnisse waren eindeutig:
- AT erwies sich als wirksam zur Reduktion von Angstsymptomen
- Die Erfolge blieben auch bei der 3-Monats-Nachuntersuchung stabil
- Positive Effekte zeigten sich sowohl bei Panikattacken als auch bei generalisierter Angst
Bei Prüfungsangst ist die Wirksamkeit besonders gut belegt. Mehrere Studien zeigen, dass Studierende nach AT-Training deutlich weniger Prüfungsangst erleben und bessere Leistungen erbringen.
Der Wirkmechanismus: AT trainiert den Parasympathikus, der bei Angst unteraktiv ist. Die körperliche Entspannung durchbricht die Angstspirale - wenn der Körper entspannt, kann die Psyche nicht gleichzeitig in Panik sein.
Depression und Stimmung
Traditionell galt Autogenes Training bei Depression als kontraindiziert - man befürchtete, das ruhige Üben könne depressives Grübeln verstärken. Neuere Forschung zeigt jedoch: Bei leichten bis mittelschweren Depressionen ist AT durchaus wirksam.
Studien belegen:
- Positive Effekte auf die Grundstimmung (Hebung)
- Abnahme der Depressivität
- Besonders wirksam bei abklingender Depression
- Dämpfung begleitender Angst
Wichtig: AT ersetzt bei mittelschwerer oder schwerer Depression keine psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlung, kann diese aber sinnvoll ergänzen.
Der positive Effekt erklärt sich durch die Aktivierung: AT trainiert Selbstwirksamkeit ("Ich kann etwas für mich tun") und gibt Struktur. Die körperliche Entspannung hebt die Stimmung und verbessert den Schlaf - beides wichtig bei Depression.

Schlafstörungen
Die Wirksamkeit von Autogenem Training bei Schlafstörungen ist wissenschaftlich gut dokumentiert. Mehrere kontrollierte Studien zeigen positive Effekte bei funktionellen Schlafstörungen (also Schlafproblemen ohne körperliche Ursache).
Messbare Effekte:
- Verkürzte Einschlafzeit im Durchschnitt um 18 Minuten
- Verbesserte Schlafqualität
- Weniger nächtliches Aufwachen
- Erholsamerer Schlaf
Die Wirkung erklärt sich durch die Parasympathikus-Aktivierung: Der Körper wechselt vom Stress-Modus in den Ruhe-Modus. Cortisol wird abgebaut, Melatonin (das Schlafhormon) wird verstärkt produziert. Die Gehirnwellen verschieben sich von Beta über Alpha hin zu Theta - der natürliche Weg ins Einschlafen.
Besonders die Schwereübung und die Wärmeübung eignen sich hervorragend als Einschlafritual. Viele Übende schlafen bereits während der Übung ein - das ist völlig in Ordnung und sogar erwünscht.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere Bluthochdruck und koronarer Herzkrankheit, zeigen Studien positive Effekte von Autogenem Training:
- Senkung des Blutdrucks vergleichbar mit Betablockern
- Verbesserung der Durchblutung der Herzkranzgefäße
- Reduktion von Herzrhythmusstörungen
- Vorbeugung gegen erneuten Herzinfarkt
Eine Studie von Kanji und Mitarbeitern (2004) untersuchte Patienten nach coronar-angioplastischen Eingriffen (Aufdehnung verengter Herzkranzgefäße). Die AT-Gruppe zeigte signifikant weniger Angst und bessere Erholungswerte als die Kontrollgruppe.
Der Mechanismus: Die Entspannung erweitert die Blutgefäße, senkt den Blutdruck und entlastet das Herz. Gleichzeitig wird Stress abgebaut - ein Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Chronische Schmerzen und Migräne
Bei chronischen Schmerzen, insbesondere Kopfschmerzen und Migräne, zeigt Autogenes Training gute Wirksamkeit:
Migräne: Eine amerikanische Pilotstudie (2002) mit Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren zeigte, dass nach einem achtwöchigen AT-Programm Migräne-Anfälle ohne Medikamente gelindert werden konnten.
Spannungskopfschmerz: Besonders gut wirksam durch die Kombination aus Muskelentspannung (Nacken, Schultern) und Gefäßregulation (Stirnkühle).
Chronische Schmerzen: AT durchbricht den Teufelskreis Schmerz-Anspannung-Schmerz. Die Entspannung reduziert die Muskelspannung, was die Schmerzintensität senkt.
Wichtig: Bei Migräne sollte die Stirnkühle-Übung vorsichtig dosiert werden, da sie in seltenen Fällen einen Anfall auslösen kann. Mit angepassten Formeln ist AT aber auch hier sicher anwendbar.
Immunsystem und Autoimmunerkrankungen
Besonders spannend sind neuere Forschungsergebnisse zur Wirkung auf das Immunsystem. Studien zeigen:
- Zunahme der Lymphozyten (wichtig für Immunabwehr) nach AT
- Positive Effekte bei Allergien und Asthma
- Verbesserung der Lebensqualität bei Multipler Sklerose
- Mögliche positive Effekte bei Autoimmunerkrankungen
Die Erklärung: Immunsystem und Nervensystem sind eng verbunden. Die Immunorgane (Milz, Thymus, Lymphknoten) werden von Sympathikus und Parasympathikus innerviert. Chronischer Stress schwächt das Immunsystem durch die Cortisol-Ausschüttung. AT stärkt es durch Parasympathikus-Aktivierung und Cortisol-Reduktion.
Bei Autoimmunerkrankungen kann AT die Fehlregulation mildern: Das überaktive Immunsystem beruhigt sich, die Entzündungswerte sinken. Bei Allergien wirkt AT als "Nach-Stress-Krankheit"-Intervention: Es löst die Blockade und normalisiert die Immunantwort.
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Wie schnell wirkt Autogenes Training?
Eine häufige Frage: Wie lange muss ich üben, bis ich Wirkung spüre? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab, aber die Forschung gibt klare Richtwerte:
Erste Effekte: Schon in der ersten Übung
Viele Menschen erleben bereits in der ersten AT-Sitzung deutliche Entspannungsreaktionen. Das ist besonders häufig in Gruppenkursen der Fall, wo die Gruppensituation, die Anleitung und die Erwartungshaltung suggestiv wirken können.
Typische Soforteffekte:
- Schwere- und Wärmegefühl in Armen oder Beinen
- Verlangsamung des Atems
- Gefühl der Ruhe und Gelassenheit
- Reduzierte Muskelspannung
Diese ersten Erfahrungen sind wichtig für die Motivation, zeigen aber noch nicht die volle Wirkung. Die echte "autogene Umschaltung" - die nachhaltige Veränderung des vegetativen Nervensystems - braucht Zeit.
Nachhaltige Wirkung: 2-3 Wochen regelmäßiges Üben
Die meisten wissenschaftlichen Studien zeigen: Nach 2-3 Wochen täglicher Übung (10-15 Minuten pro Tag) treten die ersten nachhaltigen Wirkungen ein:
- Einschlafzeit verkürzt sich merklich
- Stressreaktionen im Alltag werden schwächer
- Grundstress-Level sinkt
- Körperliche Beschwerden bessern sich
- Stimmung hebt sich
In dieser Phase beginnt der Körper, die Entspannungsreaktion zu "lernen". Der Entspannungsreflex bildet sich aus - eine konditionierte Reaktion, die immer schneller und zuverlässiger abrufbar wird.
Vollständige Wirkung: 3-6 Monate
Die volle Wirkung von Autogenem Training entfaltet sich nach etwa 3-6 Monaten regelmäßiger Praxis. In dieser Zeit:
- Wird die Entspannungsreaktion automatisiert
- Übertragen sich die Effekte zunehmend in den Alltag
- Sinkt der Cortisol-Grundspiegel dauerhaft
- Verbessert sich die Selbstregulation nachhaltig
- Werden auch komplexere Beschwerden beeinflusst
Eine Studie von Schultz zeigte bereits in den 1930er Jahren: Nach 3 Wochen berichteten 67 Prozent der 78 Teilnehmer mit Schlafstörungen von signifikanter Verbesserung.
Der "tote Punkt": Warum 20 Prozent aufgeben
Die Forschung zeigt: Etwa 20 Prozent aller Teilnehmer überwinden den "toten Punkt" der Lernkurve nicht und geben auf. Dieser tote Punkt tritt typischerweise nach der zweiten oder dritten Woche auf.
Was passiert? Die anfängliche Begeisterung und die Soforteffekte der ersten Stunde lassen nach. Die Übung wird zur Routine, die großen Durchbrüche bleiben aus. Manche spüren sogar weniger als am Anfang - ein normales Phänomen der Gewöhnung.
Der Schlüssel: Dranbleiben! Genau in dieser Phase passiert im Körper am meisten. Die Nervenbahnen werden umgebaut, neue Verbindungen entstehen. Wer jetzt weitermacht, erlebt danach oft rapide Fortschritte.
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Autogenes Training in der Krankenkassen-Prävention
Autogenes Training wird von den gesetzlichen Krankenkassen als Präventionskurs anerkannt und gefördert. Das bedeutet: Die Kosten für einen zertifizierten AT-Kurs werden bis zu 80-100 Prozent erstattet.
Warum fördern Krankenkassen AT? Die wissenschaftliche Datenlage ist eindeutig: Regelmäßiges Autogenes Training senkt das Risiko für stressbedingte Erkrankungen und reduziert die Behandlungskosten. Prävention durch AT ist volkswirtschaftlich sinnvoll.
Voraussetzungen für die Erstattung:
- Zertifizierter Kursleiter (Psychologe, Arzt, Heilpraktiker mit AT-Ausbildung)
- Kurs nach § 20 SGB V zertifiziert
- Mindestens 75 Prozent Teilnahme am Kurs
- In der Regel 8 Wochen mit je 90 Minuten
Die wissenschaftliche Basis dieser Anerkennung sind die zahlreichen kontrollierten Studien, die die Wirksamkeit bei Angststörungen, Depression, Schlafstörungen, Bluthochdruck und anderen stressbedingten Beschwerden belegen.
Grenzen und Kontraindikationen
So wirksam Autogenes Training ist - es gibt auch Grenzen und Situationen, in denen AT nicht geeignet oder sogar kontraindiziert ist:
Absolute Kontraindikationen (AT sollte nicht angewendet werden):
- Akute Psychosen oder wahnhafte Störungen
- Schwere Depression mit Suizidgedanken
- Schwere Herzrhythmusstörungen ohne ärztliche Kontrolle
- Akute Manie
Relative Kontraindikationen (AT nur mit Vorsicht und ärztlicher Begleitung):
- Epilepsie (Entspannungszustand kann Anfälle begünstigen)
- Grüner Star (Glaukom) bei der Augenübung
- Schwere Asthma-Anfälle
- Posttraumatische Belastungsstörung (Entspannung kann Flashbacks auslösen)
Anpassungen notwendig:
- Migräne: Stirnkühle-Übung vorsichtig dosieren oder modifizieren
- Hypotonie (niedriger Blutdruck): Rücknahme besonders wichtig
- Schwangerschaft: Bauchwärme-Übung anpassen
Wichtig: AT ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung bei ernsten Erkrankungen. Es kann aber eine wertvolle Ergänzung sein. Bei Unsicherheit immer mit einem Arzt oder Therapeuten sprechen.
Die wissenschaftliche Zukunft: Neue Forschungsfelder
Die Forschung zu Autogenem Training ist nicht abgeschlossen - im Gegenteil. Neue Technologien und Erkenntnisse eröffnen spannende Forschungsfelder:
Neurowissenschaft: Mit modernen bildgebenden Verfahren (fMRI, PET) können Forscher genauer untersuchen, welche Hirnareale beim AT aktiv sind und wie sich neuronale Verschaltungen langfristig verändern.
Psycho-Neuro-Immunologie: Die Wechselwirkungen zwischen Psyche, Nervensystem und Immunsystem werden immer besser verstanden. AT könnte sich als wirksames Instrument zur Immunmodulation erweisen.
Epigenetik: Kann regelmäßiges AT die Genexpression beeinflussen? Erste Studien zu Meditation deuten darauf hin - AT-Forschung steht hier noch am Anfang.
Digitale Anwendungen: Apps und Biofeedback-Geräte machen AT-Übung messbarer und individueller. Wissenschaftliche Begleitung dieser Tools ist wichtig.
Die Grundlagen sind klar belegt - die Details werden weiter erforscht. Autogenes Training bleibt eine wissenschaftlich fundierte Methode mit großem Potential.
Häufig gestellte Fragen zur Wirkung
Fazit: Eine wissenschaftlich fundierte Methode
Die wissenschaftlichen Fakten sind eindeutig: Autogenes Training ist eine hochwirksame Methode zur Selbstregulation mit messbaren Effekten auf Körper und Psyche. Die Wirksamkeit ist durch zahlreiche kontrollierte Studien belegt, die physiologischen Mechanismen sind gut verstanden.
Was AT besonders macht: Es ist keine passive Behandlung, sondern ein Trainingsprogramm. Du lernst, dein vegetatives Nervensystem aktiv zu beeinflussen - eine Fähigkeit, die dir ein Leben lang zur Verfügung steht. Die Investition von 2-3 Wochen konsequentem Üben zahlt sich langfristig aus.
Die Forschung zeigt auch: AT ist sicher, nebenwirkungsarm und für die meisten Menschen geeignet. Es kann Medikamente nicht immer ersetzen, aber oft reduzieren oder überflüssig machen. Als Präventionsmaßnahme ist es wissenschaftlich anerkannt und wird von Krankenkassen gefördert.
Ob bei Stress, Angst, Schlafstörungen, Bluthochdruck oder chronischen Schmerzen - Autogenes Training wirkt. Die wissenschaftlichen Grundlagen sind solide, die Praxis ist erprobt. Probiere es aus und erlebe selbst, wie wissenschaftlich fundierte Selbstentspannung dein Leben verbessern kann.
